plus 5 kg

Oops…. so schnell geht das?

Ich bin und war nie der Typ, welcher täglich auf die Waage steht. Manchmal stand ich jedoch aus lauter Jux auf die Industriewaage im Geschäft. Bis anhin zeigte die ein Gewicht von fünfundsiebzig Kilogramm an.
Neu (und dies innerhalb eines Monat) schlägt der Zeiger etwas über der 80 aus…

Level 2

nach 24 Tagen Rauchstopp habe ich das Gefühl, einen weiteren Level erreicht zu haben. So langsam aber sicher lässt die Schmacht und Sehnsucht nach einer Zigarette nach. Ich sagte: l a n g s a m

Inzwischen habe ich eine neue Beschäftigung gefunden, falls ich auf den Bus oder Zug warten muss. Ich beobachte Raucher! Das kann durchaus amüsant sein, einem 16 jährigen Girl zuschauen, wie die Kleine gierig an einer Zigarette saugt und den Rauch genüsslich und intensiv nach unten zieht.
Dann möchte ich ihr einfach sagen: “ach du dummes, schönes und kleines Ding. Lass es doch einfach sein! Mit 35 willst Du sowieso aufhören…”

Während diesen Beobachtungen entdecke ich typische Rituale, welche ich selbst jahrelang gepflegt habe:

  • Nach dem Anzünden die Zigarette zwischen Daumen und Zeigefinger eingklemmen, umdrehen und dann gegen die Glut blasen. Dieser Check war manchmal nötig um zu schauen, ob der Sargnagel auch richtig brannte.
  • das abschnippen der Asche. Manchmal blies ich die Asche auf mit einem kurzen und intesiven Puststoss ab.
  • langsames Ausatmen des Rauches und dabei die Lippen kräuseln und anspitzen.

ich will mich nicht plagen

drei Wochen sind vorüber und das Verlangen nach Zigaretten hat nicht nachgelassen. Im Gegenteil. Manchmal verschmachte ich beinahe vor lauter Lust und Sehnsucht nach einer gemütlichen Zigarette. Zur Zeit ist es einfach schlimm.

Irgendwie denke ich in dieser Situation immer an ein Zitat eines Kollegen zurück. Wir versuchten zusammen das Rauchen aufzugeben. Nach rund drei Tagen meinte er zu mir: “Weisst Du, ich will mich nicht plagen. Wenn ich es nicht mehr aushalte rauche ich eine!” Diese Aussage fand ich die lustigste und beste dieser Art. Einfach genial!

Soll ich ihm jemals sagen, dass man sich plagen muss? Sogar sehr! Der innere Schweinehund giert noch lange nach Nikotin. Dies sogar noch nach drei Wochen.

entweder rauche ich, oder lasse es

Was habe ich nicht alles versucht, um weniger zu rauchen. Die amüsantesten und lustigsten Versuche liste ich einmal auf:

  • nur Samstag und Sonntag: das ging bis am folgenden Donnerstag auf.
  • nur um 9, 12, 13, 17 und 20 Uhr: 5 Zigaretten pro Tag. Nach zwei Tagen gab ich auf und rauchte wieder 25 – 30 Stück pro Tag.
  • selber drehen: mit einem Kollegen (ebenfalls Raucher) kam ich auf die Idee, selber zu drehen, um weniger zu paffen. Nach einer Woche kaufte ich wieder normale Päckli.
  • erst ab 18 Uhr rauchen: Tja, um 17:59 stand ich bereits draussen um den erlösenden Nikotinkick keine Sekunde später zu verpassen oder
  • Zigarren nur Abends paffen: forget it!

alle Versuche scheiterten kläglich. Ich beneide jedoch wirklich die Gelegenheitsraucher. Solche, welche drei bis fünf Zigaretten pro Tag rauchen können. Ich kann es nicht. Niemals.

Wann fängt das Leben an?

Googelt man nach Nikotinentzug, könnte es einem Angst und Bange werden. Depression, Weinkrämpfe, Lustlosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken. Alles da und gelesen. Einige fragen sogar, wann sich das Leben wieder normalisiert…

Tja, da komme ich mit meiner kleinen Verstimmung und gelegentlicher Gereiztheit noch ganz gut weg. Ganz so schlimm ist es bei mir nun wirklich nicht.
Spreche ich jedoch mit Ex-Rauchern höre ich ab und zu den Satz: “Ich hatte absolut keine Mühe. Ich habe einfach aufgehört zu rauchen”
Solchen Menschen glaube ich kein Wort. Dies ist leeres Geschwätz und gelogen. Natürlich fällt es dem einen oder anderen leichter. Aber absolut keine Mühe gibt es nicht. Niemals!

Beispiel gefällig? – Bitte schön: ¦  1  ¦  2  ¦  3  ¦

Träume sind Schäume

das fängt ja gut an. Jetzt träume ich bereits davon, geraucht zu haben. Ich war irgendwo in einem Einkaufszentrum als Lightning auftauchte und ich sie um eine Zigarette bat. Sie gab mir sogar eine und wir rauchten zusammen…

Was lerne ich daraus? Entweder fange ich wieder mit rauchen an oder höre auf, Final Fantasy zu spielen.

kein Sonntagsspaziergang

alles halb so wild und den kleinen Ausrutscher von Freitag Abend kann ruhig ignoriert werden. Jetzt nur nicht Mut, Motivation und den Elan verlieren. Tausend andere Raucher haben es schliesslich auch geschafft, muss ich mir immer wieder einreden.
Der Rauchstopp wird niemals ein Sonntagsspaziergang. Es ist eher die Erklimmung eines Achttaussender. Jedenfalls jetzt!