Windows 10 + Debian

Wer neben seinem Windows 10 zusätzlich ein Debian haben möchte, kommt an einem Dualboot nicht vorbei. Dabei gilt es lediglich einige Punkte zu beachten:

  • Debian immer NACH Windows 10 installieren
  • eine Installations-CD von Debian bereitstellen
  • Wissen, wie man Grub2 im Notfall repariert
  • ob Debian auf dieselbe Festplatte oder eine separate geladen wird, spielt keine Rolle.

Während der Installation von Debian Jessie sollte zusätzlich eine weitere EFI-Boot-Partition angelegt werden. Obwohl dies eigentlich „sinnlos“ ist, verhindert dies das Überschreiben des MBR. Ein erfolgreicher Dualboot mit Windows 10 könnte so aussehen:

$ lsblk
NAME   MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda      8:0    0 931.5G  0 disk
├─sda1   8:1    0   450M  0 part
├─sda2   8:2    0   100M  0 part /boot/efi
├─sda3   8:3    0    16M  0 part
└─sda4   8:4    0 540.3G  0 part
sdb      8:16   0 232.9G  0 disk
├─sdb1   8:17   0    94M  0 part
├─sdb2   8:18   0   191M  0 part /boot
├─sdb3   8:19   0  55.9G  0 part /
├─sdb4   8:20   0 165.8G  0 part /home
└─sdb5   8:21   0    11G  0 part [SWAP]
sr0     11:0    1  1024M  0 rom

Auf sdaX befindet sich Windows 10, während Debian Jessie auf sdb liegt. Die EFI-Boot Partitionen befinden sich auf sda2 und sdb1. df -h gibt uns zusätzlich den belegten Speicherplatz der Partitionen aus.

$ df -h
Dateisystem    Größe Benutzt Verf. Verw% Eingehängt auf
/dev/sdb3        55G    5.1G   48G   10% /
udev             10M       0   10M    0% /dev
tmpfs           1.6G    9.1M  1.6G    1% /run
tmpfs           3.9G     88K  3.9G    1% /dev/shm
tmpfs           5.0M    4.0K  5.0M    1% /run/lock
tmpfs           3.9G       0  3.9G    0% /sys/fs/cgroup
/dev/sdb2       181M     32M  136M   20% /boot
/dev/sdb4       164G     54G  102G   35% /home
/dev/sda2        96M     25M   72M   26% /boot/efi
tmpfs           795M    8.0K  795M    1% /run/user/1000

Vorsicht! Nachfolgende Befehle beziehen sich auf dieses Beispiel! Falls dies für Dich jetzt nicht nachvollziehbar wird, ist es besser auf den Dualboot zu verzichten und die Verwendung einer Virualbox in Betracht zu ziehen!

Nachdem Debian also installiert wurde, nehmen wir uns die beiden EFI-Partitionen vor. In diesem Beispiel schrieb Debian den Bootloader Grub2 auf /dev/sda2. Hänge die (von Dir!) erstellte EFI-Boot Partition nun ein:

mount /dev/sdb1 /media

Überprüfe, ob die relevanten Boot-Paritionen auch tatsächlich gemountet sind:

mount | grep sd

und kopiere anschliessend den Inhalt in die neu angelegte EFI-Bootpartition:

cp -R /boot/efi/EFI /media

ein finales

# update-grub
Generating grub configuration file ...
Found background image: /usr/share/images/desktop-base/desktop-grub.png
Linux-Abbild gefunden: /boot/vmlinuz-3.16.0-4-amd64
initrd-Abbild gefunden: /boot/initrd.img-3.16.0-4-amd64
Windows Boot Manager auf /dev/sda2@/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi gefunden
Windows Boot Manager auf /dev/sdb1@/EFI/Microsoft/Boot/bootmgfw.efi gefunden
Adding boot menu entry for EFI firmware configuration
erledigt

überschreibt den Bootloader. Das war’s bereits!

EPILOG

das Anlegen einer zweiten EFI-Boot Partition führt dazu, einen weiteren Eintrag im Bootmenu vom BIOS zu bekommen. Ohne diese Massnahme überschrieb Windows 10 ständig meinen MBR und Debian konnte nicht mehr gestartet werden!
20150810_124157

# blkid -o list -w /dev/null
device     fs_type label    mount point    UUID
-------------------------------------------------------------------------------
/dev/sda1  ntfs    Wiederherstellung (not mounted) BC5C66865C663B72
/dev/sda2  vfat             /boot/efi      4267-8410
/dev/sda3                   (not mounted)  
/dev/sda4  ntfs             (not mounted)  30B2699BB2696676
/dev/sdb1  vfat             (not mounted)  AE40-F6F9
/dev/sdb2  ext4    BOOT     /boot          fe8d3db2-3206-44cc-9432-a1ded80c175e
/dev/sdb3  ext4    ROOT     /              02d87010-ce8f-4fe1-9543-1c068c498f9c
/dev/sdb4  ext4    HOME     /home          1b76cf8f-07ba-4bc6-a481-9a0ef75215d3
/dev/sdb5  swap                            9636b361-c541-4938-a561-1a51eb026199

und zur guten Letzt die Ausgabe von fdisk -l, auf welches sich dieses Beispiel bezieht

# fdisk -l

Disk /dev/sda: 931.5 GiB, 1000204886016 bytes, 1953525168 sectors
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 4096 bytes
I/O size (minimum/optimal): 4096 bytes / 4096 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: 368ACC61-9398-4B9D-8CAF-B457ECE39B77

Device       Start        End    Sectors   Size Type
/dev/sda1     2048     923647     921600   450M Windows recovery environment
/dev/sda2   923648    1128447     204800   100M EFI System
/dev/sda3  1128448    1161215      32768    16M Microsoft reserved
/dev/sda4  1161216 1134323711 1133162496 540.3G Microsoft basic data

Disk /dev/sdb: 232.9 GiB, 250059350016 bytes, 488397168 sectors
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: gpt
Disk identifier: 3F8B20A7-59B2-45F3-A844-7D06FA97D532

Device         Start       End   Sectors   Size Type
/dev/sdb1       2048    194559    192512    94M EFI System
/dev/sdb2     194560    585727    391168   191M Linux filesystem
/dev/sdb3     585728 117772287 117186560  55.9G Linux filesystem
/dev/sdb4  117772288 465428479 347656192 165.8G Linux filesystem
/dev/sdb5  465428480 488396799  22968320    11G Linux swap